Hausaufgaben gemacht: Ich kandidiere!

Violettes Hütchen von Kasia Girtler  aka https://www.etsy.com/shop/kagikagi?ref=l2-shop-info-avatar

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Der erste richtige Blogbeitrag – ausser einem paar Schuhe vor wesentlich mehr als einem Jahr. Gut, das ist rosa und glitzert – das tut dieser Beitrag nicht. Gestern kamen auf unserer Mailingliste ein paar Fragen an die Kandidaten, die in den Stadtrat wollen und ich hab dann mal geantwortet. Zuerst auf der Mailingliste und jetzt leicht abgewandelt noch einmal hier.
Irgendwie kam immer was dazwischen für mich selber zu bloggen: Pressemitteilungen oder Facebookarbeit für den Kreisverband Vorbereitungen zu Events, Demos und manchmal einfach nur das Leben – mitunter auch mal mein Sofa.

Warum sollen die PiratenBochum mich wählen?

Mein Arbeitsumfeld ist von flachen Hierachien geprägt und wir machen das jeden Tag mit dem projektorientierten Arbeiten. Nicht nur als Floskel, sondern in Echtzeit, sonst hätten wir keine Baustellen und später keine Projekte, die man anfassen kann. Und ja, trotz meiner Absatzschuhe bin ich sehr pragmatisch veranlagt. Für mich ist der Sitz im Rat kein Pöstchen zum schmücken, das wird viel, viel Arbeit. Jahrelang. Wenn ich auffallen will, reicht ein Hut, dafür brauche ich kein Mandat.

Was sind meine Stärken?

Engagement gehört für mich dazu, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Die Vermischung vor Privat- und Arbeitsleben ist auch nichts neues für mich. Sich zu vernetzen fällt mir leicht, ebenso mich in Neues einzuarbeiten. Ich bin neugierig und mag Abwechslung.
Habe ich die nötige Gelassenheit? Ich weiß es nicht, es gibt Themen, die empören mich, menschliches Verhalten auch. Das wird sich auch nicht so schnell ändern, das sollte es auch nicht. Es wird für uns nicht einfach, auch nicht im Rat. Im Rat, wie auch im Landtag, hat keiner auf den Einzug einer weiteren Partei gewartet. Manches wird zäh, aber ich bin stur.

Wo sehe ich meinen Schwerpunkt in der kommunalen Arbeit?

Einfache Entscheidung: in der Stadtentwicklung, Barrierefreiheit, dem Umgang mit dem öffentlichen Raum und Kultur.  Der Ausschuss meiner Wahl? Der für Wirtschaft, Infrastruktur und Stadtentwicklung, das liegt mir thematisch und meinem beruflichen Werdegang als Diplom-Ingenieur (FH) Landschaftsarchitektur und Umweltplanung mit Erfahrung im Stadtumbau und Stadterneuerung am nächsten.

Habe ich Erfahrung in kommunaler Politik? Welche?

Normalerweise bin ich auf der anderen Seite, arbeite für unsere Bauprojekte oft mit Verwaltungen zusammen, von kleinen Gemeinden bis hin zu den grösseren Nachbarstädten. Mache Bürgerbeteiligung und –information aus der betreuenden Perspektive als Fachplaner und mitunter als Vermittler zwischen Bürgern und Verwaltung.
Da war privat viel Beinarbeit die letzten Jahre: Besuch von Kultur- und Stadtentwicklungskonferenzen, habe an Seminaren für Pressearbeit, Rhetorik, zum Schreiben von Anträgen teilgenommen, mich bei Themenabenden und Diskussionsrunden beteiligt, habe mich überparteilich weitergebildet und von (z.T. ehemaligen) Stadt-/ Gemeinderäten und sachkundigen Bürgern beraten lassen und ihnen viele Fragen gestellt, aber wesentlich öfter einfach nur zugehört.

Kann ich die zeitliche Belastung tragen?

Dazu ein ganz klares ja, sonst würde ich mich nicht bewerben. Der Aufwand ist auch nicht zu unterschätzen. Zu erwarten ist im Minimum ein Arbeitsaufwand von 20h/Woche. Die nächsten Kommunalwahlen finden erst 2020 zusammen mit der übernächsten (Ober-) Bürgermeisterwahl statt. Sechs Jahre sind eine lange Zeit – um weder für Euch im Rat, noch in meinem eigentlichen Beruf auszubrennen, strebe ich eine Reduzierung meiner Stunden an.

Was will ich zuerst im Stadtrat anpacken, habe ich konkrete Ideen?

Das Erste ist die Art, wie wir arbeiten – wir sind die mit der Transparenz und dem Mitmachen! Ein Weg ist die Einführung von OpenAntrag für die Bochumer Piraten im Rat, aber das allein reicht nicht. Viele Menschen haben immer noch keinen Zugang zum Internet, sei es aus (mitunter altersbedingten) fehlenden Fähigkeiten oder schlichtweg darum, weil sie sich die Geräte und/oder den Anschluss nicht leisten können. Dementsprechend sollten die Besprechungen vor den Ratssitzungen (öffentlicher Teil) nicht nur partei-, sondern richtig öffentlich gemacht werden, mit Ankündigung in der Zeitung.
Die Entscheidung für nur ein Anliegen fällt schwer, aber ganz weit oben auf der Liste steht für mich mehr Bürgerbeteiligung im Vorfeld von (Groß-)Projekten. In meinem beruflichen Alltag erlebe ich es leider immer mal wieder, dass ähnlich wie beim Musikzentrum die Bürgerinformation und –beteiligung zu spät ansetzt. Oft erst nachdem eigentlich schon verabschiedet wurde, wie das Projekt aussehen soll. Ist der (Architekten-) Wettbewerb allerdings erst ausgelobt, stehen die Parameter schon lange fest. Die Bürger werden dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Gelegentlich reicht dann das Momentum der Bürgerschaft, solche Projekte zum Kippen zu bringen. Frustrierend für den Planer, teuer für die Kommune.

Wie stelle ich mir die Beteiligung der Basis vor?

Wir sind die mit der Bürgerbeteiligung – aber wo bleibt da die Basis? Zum einen siehe oben: vorbereitende Sitzungen für den Stadtrat sollten öffentlich sein. Für den Bürger genauso wie für jeden Piraten. Ja, das ist anstrengend. Aber wenn wir das nicht wollen, sollten wir überlegen, Teile aus unserem Programm zu streichen – wie das mit der Inklusion.
Wie schon vorher gesagt: Ich bin projektorientiertes Arbeiten gewöhnt. Das heißt nicht, dass ich mit jedem eng zusammenarbeiten kann oder will, aber wenn wir Ergebnisse wollen und uns einbringen möchten, kann man Arbeit aufteilen. Am gleichen Projekt etwas machen bedeutet nicht, ständig aufeinander zu glucken. Auch das gehört für mich zur Professionalisierung. Wichtig ist, dass wir für unsere gemeinsamen Anliegen tätig sind.

Wo bin ich in der Piratenpartei aktiv, was hab ich da so gemacht?

Seit etwas mehr als zwei Jahren bin ich vor Ort aktiv, zunächst in der Kommunalpolitik,auf Facebook und im Vorstand, als Direktkandidatin für den Landtag, auf und bei der Vorbereitung für Demos, im Wahlkampf.
Weniger bekannt ist bei einigen wahrscheinlich mein Engagement beim AK Bauen und Verkehr NRW und der AG Bauen und Verkehr (Bund). Mitmachpartei in allen Ehren, aber gut gemeint ist nicht gut gemacht, deswegen bringe ich mein Fachwissen gerne an der richtigen Stelle ein.

Welche Ideen habe ich für den Wahlkampf?

Eine Menge – unter anderem etwas, das ich schon vor zwei Jahren gesagt habe: Wir müssen mehr in die Vororte. Schaut man sich eine Liste der Märkte an, da geht einiges. Nicht unbedingt in dem gutsituierten Bereich im Süden, wenn man sich unsere Ergebnisse aus der Bundestagswahl ansieht. Aber in den anderen Stadtteilen!
Wir müssen aus der Ecke der Kostenloskultur herauskommen – ja, wir haben wenig Geld, aber das sollte uns nicht daran hindern, uns erkennbar als Piraten vor Ort zu engagieren. Nicht nur als Einzelpersonen, sondern auch als Kreisverband.
Kreativität und/oder zumindest geschicktes Raubmordkopieren gehört zu meinen Stärken und ich habe verdammt viel Spaß im (Straßen-) Wahlkampf.
Ich will mit Euch in den Rat!
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