Wir lassen da mal Gras drüber wachsen!

Konzept für ein Bochumer Modellprojekt zum gewerblichen Anbau von Cannabis

Die gesellschaftlichen Realitäten ändern sich, das Konsumverhalten passt sich an. Cannabis gehört für viele Menschen zum Alltag, zur Entspannung, wie für andere das Glas Rotwein. Oder auch zu medizinischen Zwecken, zum Beispiel als Teil einer Schmerztherapie. Doch woher kommt das „Gras“, wenn man es nicht selbst anbaut? Eine Schattenindustrie versorgt die Nutzer.

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Die Stadt wird zum Dealer – ein Bochumer Alleingang?

Auch wenn es sich um ein Modellprojekt für Bochum handelt. Bochum wäre damit nicht alleine. Ab Mitte 2014 ist Uruguay ist das erste Land der Welt, in dem Marihuana nicht nur freigegeben wird: Die Hanf-Pflanze soll unter behördlicher Kontrolle angebaut werden – der Staat wird zum Dealer.
Ein gutes Vorbild für eine hochverschuldete Stadt. Arbeitsplätze werden geschaffen. Nicht nur Stellen für hochqualifizierte Mitarbeiter, denn der Gartenbau braucht noch manuelle Arbeit. Durch den legalen Verkauf sind hohe Steuereinnahmen zu erwarten. Das Beispiel Colorado macht es vor, dort wurde Anfang 2014 der Verkauf von  Marihuana- und Cannabis-Produkten erlaubt.
Zu den Kernthemen der Piratenpartei gehören neben Datenschutz, Urheberrecht und bedingungslosem Grundeinkommen auch die Forderung nach einer liberaleren Drogenpolitik. Die Kriminalisierung der Konsumenten soll beendet werden. Kontrollierte Erwerbsstrukturen ersetzen den Schwarzhandel und damit verbundene mafiöse Strukturen.

Opel geht – was bleibt?

Was macht man mit riesigen Flächen, wenn die Industrie geht? Neue Industrie ansiedeln war lange Jahre die Devise. Der Traum ist in Bochum ausgeträumt. Zumindest im großen Stil. Es bleiben große Flächen wie bei Opel, die oft zu belastet sind, um dort Wohnraum  zu erschließen. Gewerbe und Dienstleister kann man dort ansiedeln, wie an anderen Orten auch. Aber auf einem Teil der etwa 500.000 Quadratmeter können neue Wege beschritten werden.

Ab ins Glashaus – Gartenbau auf den Opel-Flächen

Die Idee: die Stadt Bochum gründet einen Eigenbetrieb, stellt ein Team aus Gartenbauingenieuren und Hanfexperten zusammen und baut Cannabis in einem bundesweiten Modellprojekt zum Verkauf an. 

Belastete Böden und Gartenbau?

Altlasten klingen nicht nach einer guten Ausgangsvoraussetzung. Dass Gartenbau trotzdem funktionieren kann, zeigt ein Blick in die Nachbarschaft über die Grenze in die Niederlande. Dort werden Tomaten, Gurken und Co. nicht nur im geschlossenen Gewächshaus gezogen, sondern auch ohne Erde im hydroponischen Anbau, einem Mix aus Wasser, Steinwolle und Nährstoffen. Das funktioniert bei Salat wie bei Cannabis.
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Schöne neue Welt?

Die alten Werkshallen kommen weg, moderne Glashäuser werden gebaut. Dachwasser kann zur Bewässerung genutzt werden. Im geschlossenen Glashaus wird die Sonnenwärme mittels Wärmetauscher im Boden gespeichert. Bei Bedarf kann Wasser je nach Lagerung zum Heizen oder für die Kühlung im Sommer verwendet werden. Gut für die Umwelt, gut für die Pflanzen.

Das regelt der Markt

Genug Käufer gibt es. Bochum liegt zentral in einem Ballungsraum mit über fünf Millionen Einwohnern. Potentielle Standorte in der Stadt sind vorhanden. Ein Teil der Einnahmen fließt in Aufklärung und Suchtprogramme, der Rest wird der Stadt zugeführt.

Die gängige Repressionspolitik ist lange gescheitert. Es wird Zeit, den den freien und mündigen Bürger in den Mittelpunkt zu stellen.

Dies ist keine Aussage der Piraten Bochum, lediglich einer Bochumer Piratin!

Für Seburro

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Mehr zum Thema:

Drogenpolitik der Piratenpartei

Vorbilder Colorado + Uruguay

Opel-Flächen

Gartenbau

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6 Antworten zu Wir lassen da mal Gras drüber wachsen!

  1. Oliver Becker schreibt:

    Alles schön und gut. Dennoch hätte ich als Hanf-Aktivist der ersten Stunde einen Einwand: Zertifizierte Bio-Produkte wird man in Bochum nicht herstellen können. Begründung: Alle natürlichen Anbaugebiete für THC-Reiche Pflanzen liegen in den Bergen. Mit Kunstlicht und entsprechenden CO2 Techniken wird ein Hochgebirgsklima simmuliert. Eine Perfektionierung des Klimas ist auch das Geheimnis der Samenbanken, die ihre Samen immer unter Kunstlicht produzieren. Wenn das Saatgut unter Kunstlicht angebaut wurde, können die Samen zwar auf einem Bio-Acker angebaut werden, da die Genetik jedoch durch das Kunstlicht manipuliert wurde, ist das Endprodukt kein Bio-Produkt.

  2. Pingback: Links anne Ruhr (19.01.2014) » Pottblog

  3. Sebastian Dicke schreibt:

    @Oliver: Bei dem angebauten Cannabis muss es sich ja nicht unbedingt um ein Bioprodukt handelt, auch konventionell angebaute Ware wäre ein Gewinn für die Konsumenten, denn die erhielten ein Produkt, das nicht aus dem Dunstkreis krimineller Aktivitäten stammte und den üblichen hygenischen Anforderungen entspräche – und das nicht gestreckt wäre.

    Ich halte diese Idee für genial. Eine Nutzung der Opel-Flächen mit Pioniercharakter wäre etwas, das Bochum auszeichnete!

  4. Pingback: Coffee Shop und Hanf-Plantage - Grüne und Piraten zur Kommunalwahl

  5. Pingback: Cannabis für Bochum | sdicke's Blog

  6. Pingback: Cannabis für Bochum | sdickes Blog

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